A TRIBUTE TO HANS FALB
Jazzgalerie Nickeldorf
Am Wochenende vom 24-26. Juli 2026 ging das diesjährige Festival der Jazzgalerie über die Bühne.
Es stand ganz im Zeichen der Erinnerung an Hans Falb und sein Lebenswerk die Nickelsdorfer Konfrontationen.
Alt bekannte Musiker trafen auf Künstler, die hier noch nie den Hof der Jazzgalerie bespielt haben.
Zu Beginn gab es am Freitag eine kleine Feier zum Andenken an „Hauna“.
Der Künstler Boyko Mitkov hat eine Gedenktafel gestaltet, die am Gasthaus angebracht und in einer feierlichen Zeremonie enthüllt wurde. Mats Gustafsson intonierte den Festakt am Beginn und am Ende.
Bürgermeister Zapfl hielt vor zahlreichen Besuchern, so wie Medienvertretern, eine bewegende Rede und fasste Haunas Bedeutung für Nickelsdorf und darüber hinaus in schönen Worten zusammen.
Ab 19:00 Uhr starteten dann die Konfrontationen in den Hof des Restaurants „Wirtshaus zum dritten Tage“.
Mats Gustafsson/Jordina Millá und Dieter Kovacic (aka Dieb13) hatten die Ehre das Festival zu eröffnen.
Kraftvolle Töne von Mats (tenor sax) und die starken electronic Beats von Dieb13 wurden von Jordinas Pianoklängen ergänzt.
Der in Nickelsdorf oft und gerne gesehene Georg Gräwe(piano) brachte ein Trio mit Laura Strobl (viola) und Mark Sanders (drums) auf die Bühne.
Abwechslungsreich gestaltete sich das Spiel des darauffolgenden Duos Xenofox mit Rudi Fischerlehner(drums) und Olaf Rupp (elctronic guitar).
Den Höhepunkt bildete das Trio um Hamid Drake (drums,percussion), welches von der großartigen Sylvie Courvoisier (piano) und Ned Rothenberg (sax) ergänzt wurde.
Der zweite Tag des Festivals begann um 15:00h im bis zum letzten Platz gefüllten Hof beim Cafe „Risa“ . Christof Kurzmann (voice,ppool) und Martin Brandlmayr (drums), ebenfalls keine Unbekannten in Nickelsdorf waren hier die Protagonisten.
Auch die nachmittägliche Filmvorführung im Salzerstadl war sehr gut besucht.
Das Programm am Samstag ließ einen Besucheransturm erwarten. Wir wurden nicht enttäuscht. Schon zu Beginn der Veranstaltung konnte man kaum einen Platz im Hofe der Jazzgalerie finden.
Sociedad Internacional de Cellismo Experimental durfte den Anfang machen. Man kann sagen, dass es ein durchaus gelungenes Experiment geworden ist. Arnold „Noid“ Haberl hat großartige Cellistinen um sich versammelt. Die Formation GUSH mit Sten Sandell (piano,voice), Raymond Strid (drums, percussions) und Mats Gustafsson (tenor sax,flutes) konnte mit ihrer kraftvollen , aber doch dezenten Vorstellung überzeugen.
Mit Spannung wurde das Solokonzert der Pianistin Sylvie Courvoisier erwartet. Unglaublich ausdrucksvolles Klavierspiel konnten die Besucher erleben.
Nachdem man dachte, dass es besser nicht mehr geht, trat der Altmeister David Murray (sax,bass clarinette) im Trio zusammen mit dem Bassisten Ingebrigt Haker-Flaten und Paal Nilsson-Love (drums, percussions) auf.
Ihr Spiel war virtuos und kraftvoll zugleich. Wenn man bedenkt, dass David Murray bereits in den 70er Jahren im Keller der Jazzgalerie aufgetreten ist, kann man kaum glauben, wie leichtfüßig und flink seine Musik auf der Klarinette und dem Saxophon einherkommt.
Ein staunendes Publikum konnte an diesem Abend zufrieden die Jazzgalerie verlassen. Auch der Sonntag hatte noch einiges anzubieten.
15:00 Uhr evangelische Kirche. Pfarrer Götzendorfer dürfte sich freuen, wenn seine Kirche immer so voll wäre. Kaum ein Platz war frei.
Agnes Hvizdalek (vocals) und Jakob Schneidewind (electronics) bauten einen Spannungsbogen auf der die Zuschauer in seinen Bann zog.
Gleich darauf durfte der „Fast-Nickelsdorfer“ Franz Hautzinger sein Trompetensolo zum Besten geben. Seine Laudatio „Hymne for Hans“ war dieser Veranstaltung würdig.
Auch am Sonntag gab es eine Filmvorführung im Salzer Stadl, die mit großem Besucherandrang einherging.
Der finale Sonntag brachte weiter Höhepunkte in die Jazzgalerie.
The Bridge in der Besetzung Gerry Hemingway (drums) Rodrigo Amado(sax) Ingebrigt-Haker Flaten (bass) und der bereits 88 Jahre alte Alexander Graf von Schlippenbach am Piano ließen die Herzen der Jazzfreunde höherschlagen.
Im Anschluss folgte das Duo mit Tanja Feichtmair (Sax) und der großartige Hamid Drake (drums,percussions).
Hamid ein langjähriger Freund vom Hauna ließ es sich nicht nehmen Hauna in einer längeren Rede zu ehren.
Auch Tanja war am Ende gerührt und von den positiven Vibes und der guten Stimmung hin und weg.
Eine weiter sehr, sehr gute Freundin vom Hans durfte danach die Bühne betreten.
Das Duo Joelle Leandre (bass) zusammen mit der Vokalkünstlerin Lauren Newton lieferten den vorletzten Akt auf der Bühne.
Niemand aus den Besucherreihen verließ das Festival, obwohl die Zeit schon sehr weit fortgeschritten war, als letzte Konzert des Festivals angekündigt wurde.
Die Saxophonistin Angelika Niescier und Tomeka Reid (cello) sowie Eliza Salem (drums) ließen den Hof der Jazzgalerie noch einmal vibrieren.
Weit nach Mitternacht konnte der Organisator und Leiter Manfred Falb sich bei allen bedanken. Besonders beim Publikum und vor allem bei den Musikern so wie Reinhard Stöger, der für die Programmgestaltung zuständig war.
Über 3 Tage konnten auch Bilder von Hans Falb, welche unser Haus und Hof Fotograf Karl Wendelin, über einige Jahre bei verschiedenen Festivals gemacht, betrachtet werden.
Das Bühnenbild wurde von Matthias Pöschl gestaltet.
Der Besucherandrang war auf Grund der Umstände und der Ungewissheit, ob das Festival noch weiterhin Bestand haben wird, enorm.
Die Stimmung am Festival war ausgezeichnet. Viele Besucher und auch Musiker sagten, dass man den Geist vom Hauna während des Festivals regelrecht gespürt hat. Es sei als wäre er, wie immer, dabei gewesen.
Manfred Falb bedankt sich bei allen die mitgeholfen haben, dass dieses Festival ein großartiger Erfolg geworden ist. Der Dank geht besonders an Bürgermeister Gerhard Zapfl und die Gemeinde Nickelsdorf, die uns immer unterstützen und geholfen haben die Erinnerung an Hauna wach zu halten.
Danksagung an die evangelische Pfarrgemeinde, die uns die Kirche am Sonntagnachmittag zur Verfügung gestellt haben. Die Wiese hinter Pfarrkirche wurde kurzerhand zum Campingplatz.
Der TC Nickelsdorf hat seinen Eingang 4 Tage lang offengehalten, damit die Camper und Besucher des Festivals auch die Duschen und die WC Anlagen benutzen konnten. Auch dafür herzlichen Dank.
Das Team von Yanik Steer & Johanna Maroušek (Wirtshaus zum dritten Tage) sei hier besonders hervorgehoben. Sie haben in der Woche des Festivals Unglaubliches geleistet.
Ohne sie wäre das Festival nicht möglich.
Manfred Falb – Jazzgalerie Nickelsdorf